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Der Reisbrei II

aus: Schtillvergniegt, Unser Pälzer Ländche

(in Mundart zu lesen - Originalschreibweise siehe unten)

 

Nein, nein, meine liebe Amelie,

ich glaube, du lernst es dein Lebtag nie;

warum kann dir es denn nicht gelingen,

den Reisbrei auf den Tisch zu bringen,

so wie meine selige Adelheid

gekocht ihn hat zu jeder Zeit ?

 

So seufzt und brummt der Rentner Müller,

sein Frauchen, das wird immer stiller,

denn, gibt sie sich auch alle Mühe,

die Adelheid erreicht sie nie.

 

Jetzt steht das kleine Frauchen in der Küche,

hantiert am Herd so nett und frisch,

doch ist sie voller Angst und Schrecken,

ob wohl der Reisbrei heute wird schmecken;

ach, sie zerbricht sich halb ihr Köpfchen,

und sie verwendet kein Auge vom Töpfchen.

 

Da schellt es drauß(en), ach du lieb Hergottchen,

ihre alte Freundin ist es, das Lottchen,

und wie sie babbeln hin und her,

sie denken an die Küche nicht mehr,

der Reisbrei ist, was man so nennt,

ganz gottserbärmlich angebrannt.

 

Herr Müller kommt bald darauf nach Haus,

seine Frau sieht ganz vergelstert aus, (erschrocken)

verschüchtert geht sie in die Küche

und holt den Reisbrei auf den Tisch.

 

Guck, Liebes, guck, das riecht heute gut,

juchzt Müller, und mit frohem Mut

macht er sich über den Reisbrei her

und isst die ganze Schüssel leer.

 

Gerade wie meine selige Adelheid

gekocht ihn hat zu jeder Zeit,

so hat er voller Andacht gesagt,

sein Frauchen guckt ihn an und lacht.

 

Lina Sommer

 

Originalschreibweise:

folgt